Der Presseclub Dresden ist das Forum für Dialog und Debatte in der sächsischen Landeshauptstadt. Seit über drei Jahrzehnten bringen wir Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur an einen Tisch – offen, meinungsstark und immer nah an den Themen, die Dresden, Sachsen und darüber hinaus bewegen.
Als unabhängige Plattform für Journalistinnen und Journalisten sowie engagierte Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen schaffen wir Raum für fundierten Austausch, kritische Fragen und neue Perspektiven. Unsere Clubabende geben Einblicke hinter die Kulissen aktueller Entwicklungen – regional, national und international.
Die Carolabrücke – „mehr Zentrum geht nicht!“, sagt Steffen Marx. Und weiß, wovon er spricht: Denn der Direktor des Instituts für Massivbau an der TU Dresden ist der Mann hinter der Ursachenforschung zum Einsturz der Carolabrücke. Folgerichtig standen die Zukunft der neuen, alten Elbquerung und er im Mittelpunkt des letzten Clubabends im Dresdner Presseclub.
Marx weitete zunächst den Blick über Dresden hinaus. „In Italien stürzt jedes Jahr mindestens eine Brücke ein. Wenn wir so weitermachen, kommen wir auch dahin.“ Deutschland habe keine schlechten Bauwerke, pflege sie aber unzureichend. Infrastruktur werde über Jahre auf Verschleiß gefahren, Investitionen würden zugunsten kurzfristiger Wahlversprechen vertagt. Über 1000 Brücken bundesweit seien mit jenem Spannstahl gebaut, der auch bei der Carolabrücke verbaut wurde. Ein Sondervermögen allein reiche für die Bauwerke nicht aus.
Wie den Berichterstattungen der DNN, der Sächsischen Zeitung und der Dresdner Morgenpost bzw. TAG24 zu entnehmen waren, muss sich der Abend aber um erfreulichere Dinge gedreht haben: Die schier unendliche Spurendiskussion entlang der Brücke etwa. Eine neue Elbquerung müsse leistungsfähig sein – vier Autospuren seien dafür aber nicht zwingend nötig, formulierte Marx am Abend auch, nun, deutlich. Staus entstünden meist nicht auf der Brücke selbst, sondern an den Kreuzungen davor und dahinter. Würden diese Bereiche umgebaut, ließe sich der Verkehr auch mit weniger Spuren flüssig organisieren.
Für Marx ist klar: Dresden habe mit dem Neubau eine seltene Chance. „Die Carolabrücke – mehr Zentrum geht nicht. Lasst uns die Chance nutzen und gemeinsam sagen, was wir unter einer guten Brücke verstehen.“
Dank des Moderators des Abends, Journalist Peter Hilbert, haben Sie die Chance, den Presseclub zu unterstützen und ebenso davon zu profitieren. Denn Hilbert ist nicht nur ein ausgewiesener Experte in sämtlichen Brücken-, Kraftwerks- und anderen technischen Fragen. Er ist auch Autor des Buches „Der Brückeneinsturz. Dramatische Ereignisse, Geschichte und Geschichten rund um die Carolabrücke und andere Dresdner Elbebrücken“, das es in den „DDV Lokalen“ und Buchhandlungen zu erstehen ist. Die Einnahmen möchte Hilbert freundlicherweise dem Presseclub spenden. Wir danken dir dafür sehr, lieber Peter.
Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Presseclub Dresden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt. Die Mitglieder wählten einen Vorstand, der Kontinuität und neue Impulse miteinander verbindet.
Neu in das Gremium gewählt wurden Barbara Knifka als Beisitzerin und Alexander Holzhauer als Schatzmeister. Beide bringen umfassende Expertise, wertvolle Netzwerke und große Verbundenheit mit dem Journalismus mit. Mit ihrem Engagement werden sie die Arbeit des Presseclubs in den kommenden zwei Jahren aktiv mitgestalten.
Weiterhin an Bord sind die beiden Vorsitzenden Andreas Weller und Tobias Wolf sowie Sabine Mutschke und Michael Hiller als Stellvertreter sowie Erik Töpfer und Thomas Kaulfuß als Beisitzer. Sie stehen für Erfahrung, Stabilität und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Clublebens.
Im Zuge der Versammlung wurden zudem zwei langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet: Juliane Federowski und Bettina Klemm. Beiden gilt unser herzlicher Dank für ihr Engagement und ihren Einsatz für den Presseclub Dresden.
Ein besonderer Dank richtet sich an Bettina Klemm, die über viele Jahre hinweg prägend im Vorstand gewirkt hat. Mit ihren Ideen, ihrer Energie und ihrer spürbaren Leidenschaft für den Journalismus hat sie wichtige Impulse gesetzt und den Club nachhaltig bereichert. Umso mehr freuen wir uns, dass sie dem Presseclub weiterhin als Mitglied verbunden bleibt.
Mit dem neu gewählten Vorstand blickt der Presseclub Dresden optimistisch nach vorn. Auch 2026 dürfen sich die Mitglieder auf spannende Clubabende, hochkarätige Gäste und anregende Diskussionen freuen. Ziel bleibt es, einen offenen Raum für Austausch, Debatte und Vernetzung in der Dresdner Medienlandschaft zu bieten.
v.l.n.r.: Alexander Holzhauer, Thomas Kaulfuß, Barbara Knifka, Erik Töpfer, Sabine Mutschke, Michael Hiller, Tobias Wolf, Andreas Weller
Wie weiter zwischen Wiener Platz und Ferdinandplatz? Entlang der Prager Straße reihen sich gleich mehrere Kriminalitätsschwerpunkte der Landeshauptstadt. Die Polizei versucht dem seit zweieinhalb Jahren mit der Präsenz- und Ermittlungsgruppe „Innenstadt“ entgegenzuwirken. Zusammen mit der Kommune gibt es seit Mai 2025 auch die Citywache. Mit dem Ersten Polizeihauptkommissar Volker Gulitz und dem Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden Thomas Geithner schilderten nun gleich zwei Polizisten im „Presseclub Dresden“ ihre Sicht auf die Sicherheit in Dresdens Zentrum.
Thomas Geithner verantwortet nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Dresden, er steckt auch hinter dem Konzept der Citywache in der Dresdner Straße. Dabei wird er nicht müde zu betonen, dass es sich dabei um kein Polizeirevier handelt. Vielmehr sei es ein Vernetzungspunkt zwischen Händlern, Passanten, der Stadtverwaltung und der Polizei. „Die große Trendwende haben wir noch nicht geschafft“, sagt er mit Blick auf die Sicherheitslage am Wiener Platz. „Es gab eine Verbesserung in der Straßenkriminalität, dafür ist aber die Zahl der Ladendiebstähle gestiegen.“ Nach wie vor ist der Wiener Platz noch Kriminalitätsschwerpunkt. „Wir erreichen eine gewisse Verdrängung“, sagt Geithner. „Aber damit verlagert sich die Drogenszene aktuell mehr Richtung Rundkino. Man kriegt es vielleicht aus dem Sichtfeld weg.“ Die Citywache werde allerdings mit rund 700 Vorsprachen gut angenommen.
Auf der Straße selbst ist seit rund zweieinhalb Jahren die Präsenzgruppe „Innenstadt“ unterwegs, schon seit Beginn angeführt von Volker Gulitz. „Wir sind immer zwischen 18 und 20 Kollegen“, erklärt er. „Wir versuchen, jeden Tag eine Doppelstreife auf die Straße zu kriegen, manchmal auch sechs Kollegen.“
Neben der sichtbaren Tätigkeit gibt es im Hintergrund noch die Ermittler. Rund 1500 Strafverfahren sind so bereits zustande gekommen, nicht nur in Dresden: Aktuell läuft in Oranienburg ein Prozess zu einem Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang in der Dresdner Innenstadt. Hier wiederum flogen mehrere Depotwohnungen auf.
Um die Szene zu stören, arbeitet die Gruppe auch mit Aufenthaltsverboten: „In den knapp zwei Jahren wurden rund 30 Aufenthaltsverbote ausgesprochen“, sagt Gulitz. „Bei wiederholtem Verstoß kann ein Richter 24 Stunden Gewahrsam verhängen.“ Viele Drogendealer vor Ort sein den Beamten auch mittlerweile einschlägig bekannt. „Sorgen bereitet uns, dass der Handel mit Arzneimitteln wie Pregabalin und Tilidin zunimmt“, so der Kommissar. „Wir haben mittlerweile fast täglich Funde.“Zudem stünden Kokain, Crystal und Amphetamine wieder hoch im Kurs.
Kümmert sich die Präsenzgruppe zum Großteil um die Verfolgung von Straftaten, geht es in der Wache auch um Vorbeugung: „Wir beschäftigen uns damit ein KI-Videoüberwachungs-gesetz zu prüfen“, sagt Geithner. Kameras sollen verdächtige Vorgänge automatisch erkennen und dann Polizisten alarmieren. Mit den aktuellen Gesetzen ist das jedoch noch nicht möglich. Zudem soll auch stadtplanerisch etwas geschehen: Die Blumenkübel, die den Dealern als Deckung dienen, sollen zum Beispiel verschwinden. Ein Hauptproblem in der Innenstadt seien die Drogen, Gewaltdelikte seien fast ausschließlich innerhalb des Milieus feststellbar. Übergriffe auf Passanten gebe es kaum. „Abstrakt gesehen kann ich natürlich immer Opfer einer Straftat werden“, fasst Geithner die Lage zusammen. „Aber ich sage: Dresden ist sicher, eine der sichersten Städte Deutschlands.“
Text: Eric Hofmann
v.l.n.r.: Thomas Geithner, Andreas Schulz (Presseclub Dresden), Volker Gulitz
Am 1. Dezember fand der letzte Clubabend des Jahres des Presseclub Dresden statt und er hätte kaum einen stärkeren, passenderen Abschluss bilden können. Wir waren zu Gast im Ukrainischen Haus im Quartier an der Frauenkirche, um mit Natalija Bock, der Trägerin des Erich-Kästner-Preises 2024, ins Gespräch zu kommen.
Seit dem 1. Januar leitet Daniel Heine das Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll der Landeshauptstadt Dresden. Am 27. Oktober war er im Presseclub unser Gast. Im Gespräch mit Vorsitzendem Andreas Weller erzählte er sehr locker vom Glück und Leid an der Spitze der Pressestelle. Dabei sei das Presseamt mit rund 20 Mitarbeitenden so etwas wie ein Nadelöhr und müsse verschiedene Interessenlagen faktenunterfüttert berücksichtigen. Etwa hundert weitere Personen arbeiten in den verschiedenen Ämtern der Stadt zu Fragen der Kommunikation. Während aktive Journalistinnen und Journalisten gern möglichst schnell und aus erster Hand Antworten auf ihre Fragen wünschen, forderte ein Presseclubmitglied, dass die Stadt wie ein Konzern zu leiten sei und nur abgestimmte Positionen veröffentlichen sollte.
Verein Matteo gibt Geflüchteten Sicherheit: Vorsitzender Stephan Theo Reichel spricht im Presseclub über Kirchenasyl
Weil der Rechtsstaat oft versage, sei das Kirchenasyl notwendig, sagte Stephan Theo Reichel bei seinem Besuch im Presseclub am 8. September. Er kommt aus München und ist Vorsitzender des Vereins Matteo- Kirche und Asyl sowie Beauftragter für Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Herrnhuter Brüdergemeinde. Ausführlich erzählte er im Gespräch mit Presseclubmitglied und Kästner-Preisträger Frank Richter von den Möglichkeiten des Kirchenasyls und den Anfängen seiner Arbeit in Bayern. Kirchenasyl stammt übrigens aus dem Mittelalter und wurde 1803 abgeschafft, seit den 1980er erfahre es jedoch eine Wiederbelebung, weil der Rechtsstaat nicht funktioniere.
Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass war der Presseclub Dresden am 20. Oktober 2025 zu Gast in der renommierten Bildungseinrichtung. Rektorin Katharina Christl, die hier einst selbst studiert hatte, führte die rund 25 Journalisten über den Campus. Dabei erinnerte sie im Tanzarchiv und in der Bibliothek an die reiche Geschichte des Hauses und daran, wie Gründerin Gret Palucca 1925 mit neuen Konzepten und ihrem einzigartigen Stil zur Pionierin des modernen Tanzes wurde. Im 2007 eingeweihten Neubau konnten sich die Presseclubmitglieder von den hervorragenden Ausbildungsbedingungen in den modernen Tanzsälen überzeugen. Gleich nebenan biete das Internat 60 Plätze für minderjährige Schülerinnen und Studierende, berichtete Katharina Christl. Das eigene Health Team der Hochschule sorge zudem mit Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Fitnessraum für eine optimale gesundheitliche Betreuung der rund 170 Studierenden aus aller Welt. Viele von ihnen seien in Kooperationen mit der Semperoper Dresden eingebunden, von denen in diesem Jahr fünf realisiert werden.
Wie die Institution in den 1950er Jahren den Neubeginn nach dem Krieg gestaltete, darüber berichtete Presseclubmitglied Heidrun Müller. Sie hatte zu dieser Zeit selbst an der Palucca Hochschule studiert. Damit auch bedürftige, talentierte Nachwuchstänzerinnen und -tänzer an der Hochschule studieren können, wurde von ihr und weiteren Tanzbegeisterten der Palucca-Stiftungsfonds ins Leben gerufen.